Lebens- und Wohnsituation PDF Drucken

Insgesamt stehen zwölf Plätze für milieugeschädigte Seelenpflege - bedürftige Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zur Verfügung. Davon befinden sich neun Plätze auf dem Solveigs Hof. Hier leben die Pfleglinge in Einzel- und unter pädagogischen Gesichtspunkten auch manchmal in Doppelzimmern. Im Zentrum des Hauses liegt die große Gemeinschaftsküche. Für unterschiedlichste Aktivitäten steht die alte, große Tenne des Haupthauses zur Verfügung. Dort kann man Feste feiern, Tischtennis spielen, um den großen Kamin sitzen in gemütlicher Runde, Turnen, Sich Verstecken, aber auch Theaterspielen.

 Konzerte, Vorträge und andere Ereignisse ergänzen das kulturelle Leben der Einrichtung und finden ihren Aufführungsort in unserer stimmungsvollen Tenne. Spezielle Räumlichkeiten für die Heileurythmie, für Musik, Heilsingen, Bothmergymnastik, Sprachgestaltung und auch Kunsttherapie geben die Möglichkeit für gezielte heilpädagogische Therapien und Maßnahmen.

Sowohl auf dem Solveigs Hof, als auch am Hof Moorlicht gibt es einen Reitplatz für das Reiten unter heilpädagogischen Gesichtspunkten. Das Angebot erweitert sich durch Werkräume zum Schnitzen, Basteln, Töpfern, Weben, Reparieren und Bauen. Auch eine Dunkelkammer für fototechnische Arbeiten wurde eingerichtet. Desweiteren befinden sich im Hause Wohnmöglichkeiten für Mitarbeiter, Mitarbeiterfamilien, Praktikanten, für Zivildienstleistende und auch für Besucher. Auf diese Art und Weise leben mindestens ca. 20 Personen ständig auf dem Solveigs Hof unter einem Dach.

Hof Moorlicht entwickelte sich im Hinblick auf die therapeutischen Einsatzmöglichkeiten einer Landwirtschaft in Verbindung mit einer intensivierten Tieraufzucht und Tierpflege. Hier leben zur Zeit 3 Jungen im Alter von 7 - 17 Jahren zusammen mit einer Betreuerfamilie in neu gestalteten lichten Räumen. Eine individuell ausgebaute Mitarbeiterwohnung steht zur Verfügung. Eine zweite ist im Bau. Der weitere Ausbau des Hauses wird Platz für 6 - 7 Kinder/Jugendliche/junge Erwachsene und drei pädagogische Betreuer bieten. Therapieräume (Kunst und Musik) und Aufenthaltsräume, Hauswirtschaftsräume und eine große lichtdurchflutete Tenne mit Kamin steht für interne oder auch öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung. Die Scheune bietet Platz für eine geräumige Holzwerkstatt, in der die Ausbauarbeiten (weitgehend Eigenarbeiten) fachgerecht durchgeführt werden können. Auch dient sie zur Unterbringung von vielen Tieren (Pferde, Schafe, Ziegen, Enten, Kaninchen usw.) und natürlich wird dort auch Tierfutter wie Heu und Stroh gelagert. Durch den Hof Moorlicht hat sich die Palette der pädagogisch/therapeutisch ausgerichteten Arbeitsmöglichkeiten erweitert. Der Um- und Ausbau des Hofes, die Versorgung der Tiere, die kleine Landwirtschaft und der Gemüsegarten bieten dazu vielfältige Möglichkeiten.

Das bedeutet, daß Erziehung und Ausbildung nicht nur im intellektuellen Bereich stattfindet, sondern auch im sozialen, im handwerklichen und künstlerischen Bereich. Wir betreuen sowohl Mädchen, als auch Jungen und achten darauf, daß möglichst alle Altersstufen vom Kleinkind bis zum jungen Erwachsenen vorkommen. Unsere Kinder und Jugendlichen kommen zu uns aus Psychiatrien, über Jugendämter, aus Familien oder Pflegefamilien oder aus anderen Betreuungseinrichtungen. Oft stammen die Kinder/Jugendlichen/jungen Erwachsenen aus sozial schwachen Familien mit schwierigen Verhältnissen. Jedes Kind bringt seine individuelle Problemsituation mit, meist sind schulische Probleme in Verbindung mit Leistungsverweigerung oder Aggression der Anfang zur vorläufigen Trennung vom Elternhaus. Unsere Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gehen in unterschiedliche Schulformen und Ausbildungssituationen. Der größte Teil besucht die Johannesschule, eine Waldorfschule für Sonderschulkinder in den Bereichen Lernbehinderung, Verhaltensstörungen und geistiger Behinderung. Desweiteren besuchen einige unserer Pfleglinge die Freie Waldorfschule in Evinghausen, die den "normalpädagogischen Bereich" mit ihrem Angebot abdeckt. Im Umfeld der Einrichtung gibt es natürlich auch eine staatliche Grund- und Hauptschule, sowie die Orientierungsstufe und eine Realschule. Den gymnasialen Bedarf decken Schulen im Osnabrücker Stadtbereich. Unser Bestreben allerdings ist es, alle unsere jungen Menschen im waldorfpädagogischen Zusammenhang beschulen zu lassen.

Die Entscheidung für eine Aufnahme in einen unserer Höfe wird weitgehend durch zwei Faktoren bestimmt:

1. Es muß möglich sein, das Kind oder den Jugendlichen in die bestehende Gruppe einzugliedern,
2. die Behandlung der Problematik muß je nach Ausmaß gut überlegt und von pädagogischer Seite auf Leistbarkeit abgewogen werden.

Dazu ist ein persönliches Vorstellungsgespräch in einer der Höfe und die Entscheidung unserer gemeinsamen pädagogischen Konferenz notwendig. Rechtsgrundlage für Unterbringungen sind die §§ 13,27,34,35,35a,39,41 KJHG und die §§ 39,40 und 72 BSHG in Verbindung mit § 100 BSHG. Falls die zu Betreuenden nicht nach angemessener Zeit wieder ins Elternhaus zurück können, haben sie die Möglichkeit, auch über das 18. Lebensjahr hinaus bei uns zu bleiben. Nach Erreichen der Volljährigkeit wird nach Möglichkeit unter Einbeziehung aller am Erziehungsprozeß Beteiligten gemeinsam eine tragfähige Lebensperspektive geplant

- Schulabschluß - Ausbildung
- Verselbständigung mit individuell angepaßten Betreuungsmöglichkeiten. (Nach/Einzel/Verselbständigungsbetreuung über Fachleistungsstunden)

Wir streben an, Menschen auch über das 18. Lebensjahr hinaus bis in sinnvolle Lebenssituationen hinein begleitend zu fördern. Helfende Institutionen wie das Arbeitsamt stehen in guter Verbindung mit uns. Desweiteren konnten wir zu umliegenden Betrieben und zu Ausbildungsstätten für junge Erwachsene mit sozialpädagogischer Begleitung (AWO, Die Brücke in Bramsche) gezielte Kontakte entwickeln, die uns mit Rat und Tat zur Seite stehen.

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